Zink: Das unterschätzte Spurenelement – und warum mehr nicht besser ist

Zink ist einer jener Nährstoffe, bei dem fast jeder sofort nickt – klar, Immunsystem, Erkältung, Winterzeit. Aber die meisten wissen dabei nicht genau warum, und noch weniger wissen, wann Zink wirklich sinnvoll ist, wann nicht, und warum zu viel davon tatsächlich das Gegenteil bewirkt. Ein nüchterner Blick lohnt sich.

Was Zink im Körper wirklich tut

Zink wird vom Körper für mehr als 2.000 Transkriptionsfaktoren benötigt, die an der Genexpression verschiedener Proteine beteiligt sind – das bedeutet, dass Tausende essenzieller biologischer Funktionen direkt von Zink abhängig sind. ExtraSupplements Immunsystem, Wundheilung, Hormonstoffwechsel, Hautregeneration, Sehkraft – Zink ist überall beteiligt. Der Körper kann es dabei nicht selbst herstellen und hat nur begrenzte Speicherkapazitäten, weshalb eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung entscheidend ist.

Zink ist für die normale Entwicklung und Funktion vieler weißer Blutkörperchen unerlässlich – darunter T-Zellen und natürliche Killerzellen. Bei einem leichten Zinkmangel kann die Immunantwort geschwächt sein, was mit einer erhöhten Anfälligkeit für verschiedene Infektionen einhergeht. Herbuno

Longevity-Perspektive: Immunoseneszenz

Besonders relevant im Kontext des Alterns ist ein Phänomen namens Immunoseneszenz – der schleichende Rückgang der Immunfunktion mit zunehmendem Alter. Bei älteren Menschen besteht überwiegend Zinkmangel. Da Zink so viele biologische Funktionen steuert, kann ein einfacher Mangel verschiedene Aspekte von Gesundheit und Entwicklung beeinflussen und zum Rückgang des Immunsystems führen, das uns vor einer Vielzahl von Krankheiten schützt. ExtraSupplements

Studien zeigen, dass eine Zinkergänzung bei älteren Menschen die normale Funktion der natürlichen Killerzellen – die viral infizierte und krebsartige Zellen angreifen – wiederherstellen und Anti-Aging-Mechanismen des Immunsystems anregen kann. ExtraSupplements Das ist kein Randphänomen, sondern ein zentrales Thema der Altersmedizin.

Was die Studienlage zu Erkältungen wirklich sagt

Hier wird es interessant – und ehrlicher als in der Werbung. Das Spurenelement kann die Dauer einer Erkältung reduzieren, aber nur wenn man es innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome einnimmt. Apotheken Umschau Wer es prophylaktisch das ganze Jahr schluckt in der Hoffnung, keine Erkältung zu bekommen, wird von der Studienlage enttäuscht: Diese Wirkung ist nicht ausreichend belegt.

Noch wichtiger: Für Zink ist zwar die Aussage „trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“ offiziell zugelassen, aber eine gesteigerte Leistungsfähigkeit des Immunsystems sowie die Fähigkeit zur Abwehr von Krankheitserregern oder die Vorbeugung von Erkältungen wird davon ausdrücklich nicht abgedeckt. Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Viele Produkte werben trotzdem genau damit – illegal.

Dosierung: Weniger ist hier wirklich mehr

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als 6,5 Milligramm Zink pro Tag – ein Wert der bereits die normale Zufuhr über die Ernährung berücksichtigt. Klartext Nahrungsergänzung Viele im Handel erhältliche Produkte überschreiten diese Empfehlung deutlich. Bei dauerhafter Einnahme hoher Dosen drohen Übelkeit, Magen-Darm-Probleme und paradoxerweise eine Störung des Immunsystems – genau das, was man verhindern wollte.

Wer sich ausgewogen ernährt – mit Fleisch, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten – ist in Deutschland meist ausreichend versorgt. Eine Supplementierung ist vor allem für ältere Menschen, Veganer und Vegetarier sinnvoll, da pflanzliche Kost Phytate enthält, die die Zinkaufnahme hemmen.


Quellen:

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Zink in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln, Stellungnahme 006/2024. bfr.bund.de
  2. LAVES Niedersachsen: Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C und Zink – Untersuchungsergebnisse 2024. laves.niedersachsen.de
  3. Hunter et al.: Zinc for the prevention or treatment of acute viral respiratory tract infections in adults – systematic review. BMJ Open, 2021. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

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